„All Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“(Paracelsus, 1493–1541)

Der Grat zwischen Schädlichem und Nützlichem ist schmal und die Dinge dem Zufall zu überlassen, kann sich als gefährlich und teuer erweisen. An dieser Stelle kann Risikomanagement - ein strukturierter Ansatz, um von einer Gefahr ausgehende Unsicherheiten zu bewältigen - helfen, dass dieser Grat nicht unbeabsichtigt überschritten wird.

Risiko ist das Zusammentreffen von Gefahr, der Art und Weise, in der etwas schädlich wirken kann und der Exposition, d. h. dem Ausmaß in dem jemand Schaden nimmt. Einfach gesagt ist Risiko die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Schaden eintritt.

Im Bereich der industriellen Oberflächenreinigung birgt jedes Lösemittel ein produktspezifisches Risiko, das angemessene Handhabung verlangt. Sobald die Risiken erkannt und bewertet wurden, fallen alle Techniken, das Risiko zu handhaben, in eine oder mehrere dieser Hauptkategorien:

  • Vermeidung (eliminieren)
  • Reduzierung (entschärfen)
  • Übertragung (outsourcen oder versichern)
  • Beibehaltung (akzeptieren und einplanen)

Die Wahl der richtigen Risikostrategie

Die Herausforderung für Unternehmen ist, Wege zu einem effektiven Risikomanagement zu finden, um langfristig aus der besten Lösung den maximalen Nutzen ziehen zu können. Die Entscheidung zur Beibehaltung des Risikos kann nicht als Best Practice anerkannt werden, wenn Produkte oder Dienstleistungen zur Verfügung stehen, die eine der drei vorgenannten Optionen ermöglichen, nämlich Vermeidung, Reduzierung oder Übertragung.

Eine Übertragungsstrategie ist realisierbar, wenn entsprechende Geschäftsmodelle zur Verfügung stehen. Ein Chemical Leasing Modell zum Beispiel ermöglicht das Outsourcing des Reinigungsprozesses an einen Dienstleister, dem dann die Verantwortung für ein effektives Risikomanagement obliegt.

In den meisten Fällen erfordert eine vollständige Vermeidung des Risikos eine Substitution des Produkts. Diese Strategie wird als Best Practice anerkannt, sofern die Alternative mindestens gleichwertige Qualitätsparameter bietet und im Hinblick auf technischen Leistungskriterien nicht unterlegen ist.

Die Substitution eines Produktes, d.h. eine vollständige Risikovermeidung durch Akzeptanz einer zweitbesten Alternative, kann nur als zu kurz greifende Strategie in Bezug auf Produkteffektivität und Umweltauswirkungen bewertet werden.

Eine effiziente Strategie zur Risikoreduzierung kann daran gemessen werden, ob einerseits die Einhaltung von Emissionswerten und andererseits Nachhaltigkeitskriterien - ökologische, wirtschaftliche und soziale Komponenten - kombiniert werden. Bausteine einer Best Practice-Strategie für Risikomanagement in der industriellen Oberflächenreinigung sind:

  • Geschlossene Reinigungsanlage
  • Lieferung und Rücknahme in Sicherheitssystemen im geschlossenen Kreislauf
  • Kontinuierliche Lösemittelpflege und Prozessoptimierung

Die Ergebnisse einer Best Practice-Strategie für Risikomanagement in der industriellen Oberflächenreinigung sind praktisch keine Lösemittel-Emissionen und eine erheblich längere Lebensdauer des Produkts. Außerdem kommen Lieferanten oder Anwender mit dem Lösemittel praktisch nicht in Berührung.